Besucht 2020
Schon das Gebäude strahlt eine Aura von Erhabenheit und Größe aus.
Und dann ist man drinnen, hat Jacke und Rucksack in den dafür vorhandenen Fächern verstaut, geht nur drei Schritte weiter und findet sich in einem Raum, in dem man gar nicht weiß, wo man zuerst hinschauen soll.
Man kann sich für das Rijksmuseum eine kostenlose App runterladen. Dann noch die Kopfhörer mitnehmen, und es wird richtig toll. An ganz vielen Exponaten steht eine Nummer. Die tippt man in die App ein und sieht dann sowas hier, hört sich die interessanten Erläuterungen an und hat die Möglichkeit, sich durch einen Klick noch zusätzliche Informationen zu holen.
Schon das riesige Modell des 74-Kanonenschiffs William Rex aus dem Jahr 1698 ist es wert, dieses Museum zu besuchen. Man steht einfach nur mit weit offenem Mund davor und kommt aus dem Staunen nicht mehr raus. Und keine lästige Glasscheibe ist im Weg - man kann es in aller Ruhe von allen Seiten anschauen, fotografieren, bewundern.
Ein ganz besonderes Exponat war dieses Schnittmodell eines Segelschiffes. Mittels Holografie konnte man verschiedene Gruppen von Besatzungsmitgliedern bei ihren Tätigkeiten beobachten. Da wurden Kanonen geladen und abgefeuert, die Decks wurden geschrubbt, das Ankerspill gedreht, Midshipmen wurden unterrichtet, der Doktor zog einem Seemann einen Zahn und und und. Die bewegten Bilder änderten sich regelmäßig - ich hätte da stundenlang zuschauen können. Was für eine faszinierende Idee!
Die Fülle an Ausstellungsstücken ist unglaublich - man könnte mehrere Museen damit füllen. Ich zeige ja hier (fast)* nur den maritim-historischen Teil - will man sich wirklich alles anschauen, was dieses Museum zu bieten hat, benötigt man auf jeden Fall mehr als nur einen Tag.
Alltagsgegenstände an Bord, Schiffsausrüstungen, Gemälde, Waffen, Kunstgegenstände, und natürlich dürfen auch umfangreiche Exponate rund um den großen niederländischen Seehelden Admiral de Ruyter nicht fehlen.
*fast nur - die zwei wohl bekanntesten Gemälde in diesem Museum haben eher nichts mit der Seefahrt zu tun, sollen aber hier nicht verschwiegen werden: Das Selbstbildnis von van Gogh und die Nachtwache von Rembrandt.
Fazit: Eins der beeindruckendsten Museen, die ich bisher besucht habe - nicht nur aus maritim-historischer Sicht sollte ein Besuch im Rijksmuseum bei einem Aufenthalt in Amsterdam unbedingt eingeplant werden.
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