An der nördlichsten Spitze der Kurischen Nehrung ist in der 1866 errichteten Festungsanlage Kopgalis, die im WK II gesprengt und 1979 restauriert und als Ort für einen Museumskomplex wieder aufgebaut wurde, ein Delfinarium und ein Meeresmuseum, zu dem auch ein Aquarium gehört, zu finden. In den ehemaligen Munitionsstollen der Festung finden sich sehr interessant gestaltete Ausstellungsräume, in denen die verschiedenen Facetten der Geschichte der Schifffahrt - mit dem Schwerpunkt der maritimen Geschichte Litauens - gezeigt werden.
Um dorthin zu gelangen, muss man erst einmal von Klaipeda eine Fähre rüber auf die Kurische Nehrung benutzen. Hauptsächlich wird der große Museumskomplex mit einem großen Delfinarium beworben - aber hat man einmal diese tollen Tiere in ihrem natürlichen Umfeld erleben dürfen - was mir sowohl im Atlantik als auch in der Karibik vergönnt war - will man sich das echt nicht mehr antun. Aber so mehr im Kleingedruckten liest man dann auch was von einem maritimen Museum. Und das entpuppte sich dann als echte Überraschung. Die im ersten Bild zu sehende Karte lässt ja schon ahnen, dass das ein recht großes Gelände ist. In dem wulstigen grünen Ring rings um das Gebäude in der Bildmitte verstecken sich etliche interessante Schätze...
Die Präsentation der Ausstellungsobjekte ist ungewöhnlich, passt sich aber den Räumlichkeiten wunderbar an. Interaktive Elemente beleben den Besuch, so dass man nicht ausschließlich nur zum Schauen verpflichtet ist. So konnte man z.B. ein altes Schiff auf einer Videoweinland in den Hafen steuern und musste dabei aufpassen, keine Bojen zu rammen und nicht auf Grund aufzulaufen.
Die Wikingerzeit wird hier ebenso betrachtet wie die in diesem Ostseeraum berühmte Seeschlacht von Oliva, in der auch das hier gezeigte Schiff kämpfte - wie meine Papegojan, allerdings auf der anderen Seite.
Ein Bereich unter dem Motto "Die Söhne der Bauern werden Seeleute" ist den Männern gewidmet, die aus Litauen auf Schiffen anheuerten und dort teilweise bemerkenswerte Karrieren machten.
Im Außengelände gibt es jede Menge Anker aus mehreren Jahrhunderten.
Der Schiffbau wird auch erläutert, und immer wieder gibt es tolle Schiffsmodelle zu bestaunen.
Und, nun ja, wenn der Bonden ein Ruder sieht, dann kann er nicht anders... Man verzeihe mir diesen Dauer-Joke.
Es gäbe noch viel mehr zu zeigen - Schiffskatastrophen, Seenotrettung... Und, ja, das dazu gehörige Aquarium/Meeresmuseum ist auch absolut sehenswert. Neben lebenden Tieren - neben Fischen auch Pinguine, Robben und Seelöwen - gibt es jede Menge "tote" Exponate rund um das Thema Flora und Fauna der Meere.
Fazit: Echt toll, wie man so eine alte Festungsanlage am Meer heutzutage nutzen kann. Und wenn man denn schon mal ins Baltikum reist, gehört die kurische Nehrung ja zum Pflichtprogramm. Die nördlichste Ecke sollte man dabei auf keinen Fall auslassen.
Besucht: 2026
Adresse:
Internet:
LITHUANIAN SEA MUSEUM
Smiltynės str. 3,
LT-93100 Klaipėda, Lithuania