Lettland, Riga: Museum für Stadtgeschichte und Schifffahrt

 

Das Museum der Geschichte der Stadt Riga und der Schifffahrt ist das älteste öffentliche Museum des Baltikums und eines der ältesten in Europa. Es ist mitten in der wunderschönen Altstadt zu finden, das Gebäude gehört zum Ensemble des Rigaer Doms. Die Geschichte Rigas ist seit Anbeginn eng mit der Schifffahrt verbunden - kein Wunder bei der Lage Rigas direkt am Meer. Das Thema Schifffahrt hat zwar einen eigenen Bereich, aber man findet auf dem Weg durch die Ausstellung immer wieder Ausstellungsstücke zu Seefahrt und Meer.

Sehr gut und vorbildlich ist die Tatsache, dass es am Eingang eines jeden Bereiches Informationsmappen und in mehreren Sprachen - lettisch, russisch, englisch und auch deutsch - gab.

Zu den Anfängen der Schifffahrt zählt dann dieser Fund eines Bootes aus dem 12. Jh. 

Die alten Anker sind interessant - der Ankerstock noch aus Holz, für die nötige Schwere sorgte einfach ein großer Stein.

In einem der nächsten Bereiche ging es um die Zeit polnischer und schwedischer Herrschaft von 1581 - 1710. Wir lernen, dass Missetaten auch hier, wie überall im Mittelalter, recht drastisch bestraft wurden, was hier beispielhaft mit den Exponaten mit der Nr. 18 gezeigt wird. 

Beim nächsten Bereich ist der Ausstellungssaal allein schon ein Museumsobjekt. 

Rund ein Drittel der Bewohner Rigas damals waren sog. Deutschbalten, daher war deutsch eine wichtige Sprache, auch für höchst offizielle Dinge. Das galt dann eben auch für die Flussschifffahrt. Das Modell eines Flussfrachtschiffes ist interessant; die passende historische Abbildung hängt dahinter.

Weltweiter Handel, u.a. auch mit so einem schmucken Schiff.

Und dann geht es in den Bereich Schifffahrt. Auch hier wieder: Gute Erläuterungen. Die ausgestellten Modelle sind überwiegend von sehr guter Qualität und zeigen anschaulich die Entwicklung des Schiffbaus. Ein wunderschönes Modell der bekannten Fleute Derflinger in einer großen Vitrine konnte man gut von allen Seiten bestaunen. 

Ok, zwei Modelle, die bereits im 19. Jh. gebaut wurden, bildeten jeweils einen krassen Kontrast zwischen Rumpf und Takelage. Während alles oberhalb der Reling wirklich gut gebaut war, erinnerte der Rumpf an etwas, was ich gemeinhin "Pizzeriamodell" nenne. 

Und natürlich darf auch hier eine Santa Maria nicht fehlen. 

Das 1:10-Modell eines Ausbildungsschulschiffes der Seefahrtschule Riga ist beeindruckend und durch das Fehlen einer Vitrine besonders gut zu bestaunen. 

Und dann geht es auch schon in den letzten Ausstellungsraum. Hier findet man dann mit den Modellen der Sedov und der Krusenstern zwei noch aktive russische Segelschulschiffe, die hier wohl gut bekannt sein dürften. 

Ein letzter Blick, auch auf ein paar Dampfschiffe, von denen es dort noch mehr zu sehen gibt, und dann ist man am Ende der Ausstellung angelangt.

Fazit: Ein Riga-Besuch ohne dieses Museum ist irgendwie unvollständig. Und für maritim-historisch Interessierte bietet das Haus viel zu sehen und zu erfahren.

 

Besucht: 2026

Adresse:

 

 

 

Internet:

Museum of the History of Riga and Navigation

Palasta street 4,

Riga, LV-1050

 

https://www.rigamuz.lv/rvkm/en/