Tag 4: Die Hendrika wird zum Geisterschiff
Jetzt wird es gruselig. Heute geht es nach Faaborg, eine dänische Kleinstadt im Süden der Halbinsel Fyn. Schon während des Törns tauchen an Bord plötzlich rätselhafte Botschaften auf - das heute Abend stattfindende Bordfest wirft seine Schatten voraus.
Der heutige Segeltag ist traumhaft schön. Das Wetter ist wechselhaft, der Wind ebenso, und gerade das macht es so spannend. Gut gelaunt, aber auch sehr gespannt, was der Abend so bringen würde, legten wir schließlich in Faaborg an. Auch das ist wieder ein schmucker Ort, wie auch die heutige Zeichnung von Klaus zeigt:
Im Hafen treffen wir auf die Lovis aus Greifswald, auch das eine alte Bekannte, die wir nahezu jedes Jahr bei unseren Törns treffen. Und auch die Oban ist wieder da.
Das Bordfest unter dem oben bereits genannten Motto wurde dann eine gespenstisch gute Party. Wundervolle Kostüme, ausgelassene Stimmung, tolle Musik - was will man mehr? Die bösen Geister werden einfach weggetanzt, und am nächsten Morgen ist der Spuk dann vorbei. Wobei, in dem einen oder anderen Schädel spukt es durchaus noch ein wenig. Aber frische Luft und harte Arbeit an Deck in Form von Segelsetzen macht schnell alle wieder fit.
Wie immer vom Bordfest keine Fotos - aus Gründen.
Tag 5: Im großen Bogen nach Sønderborg
Eine Stunde später als sonst ist heute Frühstück. Dann legen wir ab, unser heutiges Ziel ist Sønderborg, und wir entscheiden uns für die längere Route, da diese viel mehr Segelspaß verspricht. Das wird es dann auch, wenngleich auch zweimal der Motor eine zeitweilige Flaute überbrücken muss. In Sønderborg gibt es immer die Besonderheit mit der Brücke, die nur einmal je Stunde öffnet. Und so heißt es geduldig warten, bis dann aufgeht und uns an unseren Liegeplatz lässt, der traditionell wieder direkt vor dem königlichen Schloss ist. Keine Flagge am Schloss, was bedeutet, dass die Königin nicht da ist und uns folglich auch nicht begrüßen wird. Auch die Oban ist wieder da, sie liegt im Päckchen mit der Abel Tasman direkt vor uns.
Am Abend habe ich als Smutje mal frei: Es ist Grillparty, einige der Sailies haben mir im Vorfeld Rezepte geschickt, für die ich dann eingekauft habe, und so werden dann eifrig die verschiedensten Salate gefertigt. Matze bäckt sei legendäres Pizzabrot, und natürlich ist reichlich Grillgut, auch für die Vegetarier, vorhanden. Das Wetter spielt ebenfalls mit, so dass der am Kai stehende Grill ständig Neues liefert und niemand hungern muss. Und es bleibt so viel übrig, so dass der Mittagsdienst am nächsten Tag leichtes Spiel hat.
Tag 6: Zurück in deutsche Gewässer
Bevor wir Sønderborg verlassen, schauen wir noch auf Klaus' heutiges kleines Kunstwerk:
Der Kurs, den Käptn Raggi für heute abgesteckt hat, führt uns in den "anerkannten Erholungs- und Ferienort" Maasholm in der Schleimündung. Doch bevor wir losfahren können, gibt es erst einmal einen Schreckmoment: Einer unserer Mitsegelnden ist begeisterter Kitesurfer, der seine Ausrüstung dabei hat und jede sich bietende Gelegenheit nutzt, um diesem Hobby zu frönen. An diesem Morgen hat er sich beim Frühstück abgemeldet und steht extra frühzeitig auf. Doch als wir mit den ersten Vorbereitungen zum Ablegen beginnen, kommt er mit blutigem Kopf zurück; es hat einen Unfall gegeben, bei dem er in Ufernähe hart aufgeprallt ist. Sicherheit geht vor, also geht es für ihn erst mal ins Krankenhaus zur Untersuchung. Nach bangem Warten dann zum Glück Entwarnung: Wunde versorgt, keine Bedenken für eine Weiterreise mit unserem Schiff - aber erst mal keine weiteren Surfeinlagen mehr...
Die Fahrt nach Maasholm wird dann sehr besonders. Wir werden von einem Unwetter überrascht, das Hagel und einen Starkregen von nur selten erlebtem Ausmaß überrascht. Und mitten in diesem Wetter muss dann auch eine Wende gefahren werden - also alle raus und an den Tauen gezogen. Doch alle, die dabei waren, sind sich hinterher einig: Das war geil!
Das diesjährige "Geh ans Ruder, Bonden!"-Bild entsteht eine Stunde vor diesem Unwetter, aber auch zu diesem Zeitpunkt ist es schon alles andere als Schönwettersegeln.
Angekommen in Maasholm ist dann wieder schönes Wetter, so dass man sich dort noch ein wenig die Beine vertreten kann. Und wir schauen heute einmal dem Künstler über die Schulter - danke für die Fotos an Christian.